Rocca Sbarua 4.4.2007-10.4.2007

In Pinerolo angekommen suchen wir uns zuerst den Weg nach San Pietro Val Lemina. Ab dort geht es dank der perfekten Anreisebeschreibung unkompliziert zum B&B San Bernardino. Endlich angekommen staunen wir nicht schlecht. Die Zimmer sind purer Luxus und auch die Aussicht ist genial. Da wir doch ziemlich kaputt sind geht es am Abend nur noch nach San Pietro in die Pizzeria il Gambero. Wie sich herausstellt eine sehr gute Wahl. Super Miesmuscheln und eine echt gute Pizza, wir hören später von Valentina unserer Zimmervermieterin, dass der Pizzakoch extra seinen Urlaub beenden musste, damit die Kinder ihre wöchentliche Pizza in der Dorfschule bekommen.
Da der nächste Tag sehr regnerisch war beschäftigten wir uns mit dem Kauf von Kletterführern und frischen Vorräten. Natürlich durfte bei einem kurzen Sonnenfenster eine Esel streichel Aktion nicht fehlen.

Von Monte Rosa un…

Am nächsten Tag ging es mit dem Auto bis zu einem Parkplatz knapp vor Dairino. Unser Klettermaterial geschultert, die Campingausrüstung werde ich später nachholen, ging es gemütlich wandernd zum Refugio Melano, welches sich als Baustelle herausstellt. Die Gegend ist wunderschön und wir können es kaum glauben, dass wir im ganzen Gebiet keine Menschen treffen. Nur zwei Rucksäcke stehen einsam auf einer Bank beim Refugio. Nachdem Manu noch ein wenig gelesen hat und ich die umliegenden Felsen ausgechecked habe.

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Versuchen wir uns im kleinen Klettergarten Meteora. Nachdem wir für uns alle interessanten Routen abgehakt haben geht es zurück. Beim Refugio muss ich mich auf den Weg zu unserem Auto machen um den Rucksack mit unserer Campingausrüstung zu holen. Nachdem das Zelt endlich aufgebaut ist mache ich mich ans kochen.

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Während Manu auf dem Sofa in unserem „Wohnzimmer“ chilled.

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Am nächsten Tag übersiedeln wir in den Sektor Rivero. Die Route Vechia Lira mit einer Schlüsselseillänge im 6b Bereich, welche auch A0 gemacht werden kann ist unser heutiges Ziel. Manu steigt gleich mutig in die ersten beide Seillängen ein. Ich nehme mir die nächsten beiden Seillängen vor. Da das Ende der vierten Seillänge ziemlich nass ist, drückt es mir doch ein paar Schweißperlen auf die Stirn. Bei dieser Absicherung kommt allerdings kein größerer Stress auf. Da jetzt Manu für die 6b Länge im Vorstieg dran ist zögert sie kurz. Doch mit einem beherzten Griff in die Expressschlinge ist auch diese Seillänge kein Problem. Die letzten beiden Seillängen sind dann wieder etwas nass doch wir erreichen sicher den Abstieg. Der geht dank einiger Eisenketten auch überraschend einfach, kein Vergleich mit manchen Dolomitentouren. Anschließend baue ich uns sogar einen Tisch fürs Abendessen, welches wir bei einem Gläschen Wein dann richtig genießen.

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Nach dem Essen gibt es noch ein gemütliches Pfeifchen und ich gehe vom Gläschen zur Flasche über ;-)

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Nach einem nächtlichen Besuch einiger Wildschweine, bekomme ich am nächsten Tag mein gezerrtes Seitenband mit SAM Splint professionell geschient.

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Und so humple ich zum Einstieg der Gervasutti-Ronco. Angeblich eine der eher schlecht abgesicherten Routen im V+ Grad. Von der schlechten Absicherung kann ich zwar nichts finden, dafür bietet der Fels traumhafte Kletterei. Die erste Seillänge folgt einem schrägen Riss der uns herrlich ausgesetzt um die Kante zu einem angenehmen Standplatz in der Sonne führt. Die leichtere zweite Seillänge steigt Manu wieder vor. Da sie sich heute aber nicht sehr sicher fühlt überlässt sie anschließend gerne mir die Führung.

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Die beiden letzten Seillängen folgen einer steilen Rissverschneidung die am Ende noch einmal eine ordentliche Piaztechnik verlangt.

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Die letzten Meter über die Stahlketten zum “Gipfel” schenken wir uns und gehen gleich zum Abstieg über. Am Einstieg klettere ich im Sektor Normale mit meinem 60m Seil noch ein paar 3 Seillängen Touren in einem Zug durch. Schwer bepackt heißt es jetzt noch den Heimweg in Angriff nehmen.

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Mit einem wehmütigen Blick zurück verabschieden wir uns von den in der Abendsonne leuchtenden Felsen.

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Nach einer Nacht im Auto auf einer Autobahnraststätte kommen wir am nächsten Morgen in Finale Ligure an. Wir haben hier wieder einmal Wetterpech (vor 3 Jahren hatten wir in Finale Schneefall) und so verkünde ich plötzlich: „Mir reichts mit Finale fahren wir heim!“

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Bei einem kurzen Zwischenstopp treffen wir Fahmi, Johnny und Maria auf einen Capuccino in Arco. Auch die Pfaffenhofer Truppe ist vollständig versammelt. Da ich mit meinem Fuß im Moment aber sowieso nicht gut klettern kann beschließen wir noch am selben Tag heimzufahren.
Zuhause genießen wir unsere letzten Urlaubstage am Inn direkt vor unserer Haustüre mit einem gewaltigen Blick auf die Hohe Munde.

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Signalkuppe (4559m) 1.4.2007 – 3.4.2007

Habe Manu überreden können, dass wir um 3:00 früh losfahren. Hab ihr versprochen, sie kann im Auto weiterschlafen. Die Anfahrt über Mailand nach Alagna Valsesia verläuft problemlos und so stehen wir schon vor Mittags an der Bahn um in Richtung Punta Indrem zu schweben. Die Fahrt mit der Bahn ist ein echtes Erlebnis. Die Liftstützen sind teilweise noch in Holzbauweise gehalten. Wir sind froh, als wir sicher an der Bergstation ankommen, die Bahn war den halben Winter ausgefallen und schon am nächsten Tag sollte die Bahn wieder für mehrere Tage stehen. Mit schwer bepacktem Rucksack geht es zur Mantova Hütte. Da wir nicht reserviert haben werde ich langsam nervös ob wir ein Plätzchen auf der Hütte erhalten. Endlich auf der Hütte angekommen erklärt uns der Hüttenwirt allerdings: „ No Problem“ und wir erhalten sogar ein 3 Bett Zimmer ganz für uns alleine! Da wir jetzt doch ganz schön lange auf sind beschließt Manu noch ein wenig zu chillen. Ich kann mich allerdings nicht zurück halten und so steige ich bei schlechter werdender Sicht noch bis zu einer Höhe von ca. 4000m auf. Zurück auf der Hütte finden sich langsam alle Gruppen im Gastraum zum Abendessen ein. Auf der Hütte befinden sich an diesem und auch am folgendem Abend nur deutschsprachige Gruppen. Das Abendessen auf der Hütte ist wirklich hervorragend und auch der Wein mundet uns sehr. Da draußen 30cm Neuschnee fällt ist die Stimmung in der Hütte sehr ausgelassen. Als ich durch den Schnee aufs Klo gehe, knicke ich plötzlich um und spüre einen stechenden Schmerz im rechten Sprunggelenk. Mühsam humple ich noch in unser Zimmer und hoffe, dass ich morgen eine Skitour gehen kann.
In der Früh begrüßt uns ein zauberhafter Sonnenaufgang.

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Wir sind die letzten die sich in die Spur auf die Signalkuppe einreihen. Da der Hüttenwirt gestern allerdings meinte ein Seil wäre nicht nötig, können wir die anderen Gruppen beim Anseilen am Gletscher einholen. Da in dieser Höhe ein eisig kalter Wind bläst können wir die ersten Sonnenstrahlen kaum erwarten.

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Mit Blick auf den mächtigen Lyskamm legen wir eine erste Rast nach ca. 2 Stunden ein.

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Noch sehen wir keine Abfahrtsspuren in den Hängen um uns, doch wir können schon den ersten Hubschrauber dröhnen hören. Beim Hubschrauberlandeplatz angekommen müssen wir in einer abenteuerlichen Querung ca. 50hm nach unten. Doch ab hier können wir unser heutiges Tagesziel endlich erkennen: die Signalkuppe mit der Capanna Margeritha, auf einer Seehöhe von 4559m die höchsten Hütte der Alpen.

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Langsam spüren wir die fehlende Akklimatisation und so schleppen wir uns die letzten Höhenmeter bis zum Skidepot. Hier gilt es noch eine letzte Steilflanke zu überwinden. Da wir eventuell über die Südflanke abfahren möchten trage ich die Ski und Manu die Stecken noch bis zum Gipfel. Im Hintergrund leuchtet die Nordwand des Lyskamms zu uns herüber.

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Nach 4,5 Stunden stehen wir endlich am Gipfel und Manu hat ihren ersten Alpenviertausender bestiegen.

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Da die Einfahrt der Südflanke vereist ist und die 1200hm Aufstieg uns in den Knochen stecken fahren wir nur über die kurze Westflanke ab. Im oberen Bereich ist die Abfahrt stark windverpresst, doch je tiefer wir kommen, desto besser wird der Pulver. Der Gegenanstieg ist überraschend kurz und so ziehen wir unsere Spuren durch teilweise knietiefen Pulver zur Hütte. Auf der Hütte gibt’s erstmal ein Belohnungsbier und Cola und dann wird eine Runde geschlafen. Mit Riesen Hunger geht’s schließlich zum Abendessen. Da mein Fuß immer noch schmerzt suchen wir allerdings bald wieder unsere Betten auf.
Am nächsten Morgen geht es wieder den gleichen weg nach oben bis zu unserem Frühstücksplatz. Die verharschten Spuren lassen beim Gedanke an die Abfahrt keine Hochstimmung aufkommen. Da Manu nur gemütlich zur Ludwigshöhe aufsteigen will, ich aber einen Versuch am Lyskamm wagen möchte, trennen wir uns hier. Ein Bergführer einer Globetrek Gruppe meint zu Manu: „ Pass auf Madl da ischs Löchrig“. Manu bleibt dann in der Nähe der Aufstiegsspur. Ob der Führer den Hang für sich unverspurt haben wollte werden wir nie erfahren, er ist uns jedenfalls schon auf der Hütte mit einigen großspurigen Kommentaren aufgefallen. Spalten habe ich dort bis auf den Bergschrund zumindest noch nie gesehen.
Da der Neuschnee am Grat zum Lyskamm nicht windgepresst ist beschließe ich nach einer ordentliche Wühlerei im fast senkrechtem Pulver mein heutiges Unternehmen aufzugeben und so treffen Manu und ich uns bald wieder beim Frühstücksplatzl.

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Die Abfahrt erweist sich als wie erwartet bes…n. Ich hole noch unser restliches Material von der Mantova Hütte. Bedanke mich beim Wirt für den wirklich tollen Service und steige noch einmal 100hm zu Manu auf um über eine steile Rinne zur Punta Indrem abzufahren. Die Skiroute zurück zum Skigebiet führte uns zuerst durch steile Hänge mit knietiefen Sulz und zum Schluss mussten wir mit unseren schweren Rucksäcken noch eine fast ebene Querung angehen. Ab hier verflucht mich Manu wirklich, doch mit der anschließenden Übernachtung im B&B San Bernardino mit den Eseln und dem super Abendessen bei Miesmuscheln und Pizza kann ich ihr wieder ein Lächeln auf ihr hübsches Gesicht zaubern. Doch das ist eine andere Geschichte.

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