Kühtaier Windegg (2801m)

Rinnenstapferei

Das Wetter heute lässt nicht gerade große Begeisterung aufkommen, aber Felsklettern wäre noch ungemütlicher. Also nach Kühtai und mit dem 3-Seen-Lift verkürzen Manu und ich uns den Zustieg. Man merkt dem Liftwart an der Bergstation die Freude, dass sich heute doch noch ein paar Gäste hierher verirren richtig an und so winkt er uns freundlich zu.

Liftfahrt

Vom Lift kann ich noch einen kurzen Blick auf dien Aufstieg erhaschen, ja eine Spur ist bereits vorhanden. Sobald wir auffellen schließen sich die letzten Wolkenlöcher. Doch nach unzähligen Ski- und Snowboardtagen in Kühtai kann ich auch fast blind durch das Gelände navigieren. Notfalls hilft ein Blick aufs Smartphone, heute kann ich die auf Powderguide von mir beschriebene Nutzung der Hangneigungskarten so richtig in der Praxis testen. Dass man sich aber nicht nur auf ein GPS Signal verlassen sollte, könnt ihr am Track unten erkenne. Gerade in der steilen Rinne, konnte das Smartphone nicht genügend Satelliten empfangen und so weichen einzelne Punkte um über hundert Meter ab.

Auffellen

Aufgrund der Sichtverhältnisse steuern wir die steile Nordwestrinne an. Manu beschließt das heutige Tagesziel mit Beginn der Rinne erreicht zu haben, ich schultere meine Ski und kämpfe mich mühsam nach oben. Kurz vor dem Gipfel lockert das Wetter kurz auf und ich kann Manu zuwinken.

Gipfelfoto

Doch sofort zieht es wieder zu und im Blindflug machen wir uns an die Abfahrt. In der Rinne ist der Schnee recht gut, doch weiter unten erwartet uns eine gefrorene Schneedecke. Da wir das Gelände nur erfühlen können sind wir aber froh nicht durch den Harschdeckel durchzubrechen. Nach einiger Zeit erreichen wir die Skipiste und weiter unten wird dann endlich die Sicht besser. Aber der einsetzende Schneesturm lässt auch bei besserer Sicht kein Vergnügen aufkommen.

Aufstieg in den Nebel

Thialkopf (2398m)

Wegweiser

Tour Nummer 2 diese Saison mit Lea und Lorenzo. Schon beim letzten Mal haben wir uns den Thialkopf als Ziel überlegt. Doch damals hat uns die schwache Schneelage im Oberland ein wenig abgeschreckt. Jetzt nach dem Nordstau sollte aber genügend Schnee vorhanden sein, der Lawinlagebericht gibt zwar über der Waldgrenze die Gefahrenstufe „erheblich“ aus, doch lassen sich die Steilhänge über der Waldgrenze bei dieser Tour eigentlich immer umgehen.

Start beim Skilift

Auch heute geht es zuerst über eine nicht planierte Skipiste nach oben. Doch schon nach 200 Höhenmeter erreichen wir deren oberes Ende und einem Fahrweg folgend geht es nun relativ flach dahin.

Wald

Dann steilt das Gelände immer wieder ordentlich auf, doch im Wald fühlen wir uns relativ sicher. Am Grametsee müssen wir ein kurzes Stück nach unten. Von dort aus können wir auch eine vermutlich gestern abgegangene Lawinen beobachten.

Lawine

Doch die Aufstiegsspur hält sich glücklicherweise an flächere Hänge und so müssen wir nur eine kurze Steilstufe mit Entlastungsabständen überwinden. Leider verschlechtert sich das Wetter zunehmend und so fällt die Gipfelrast eher ungemütlich aus.

Gipfelkreuz

Bei der Abfahrt will Lea die Lawine natürlich näher begutachten und so taucht sie am Rande des Lawinenhanges sogleich in die Schneedecke ein. Nach der Schneeprofilaufnahme gehen wir dann aber schnell zur Abfahrt im Pulverschnee über.

Wühlmäuse

Birgitzköpfl (1980m)

Pulverträume

Da es die letzten Tage einigen Neuschnee gegeben hat, beschließen Manu und ich heute mal wieder eine Nachtskitour zu unternehmen. Da ihre heurige Lieblingstour Birgitzköpfl heißt, lasse ich mich gerne von Manu auf dieses wirklich lohnenswerte Abendziel führen.

Schneegestöber

Ganz alleine sind wir zwar nicht am Weg, da Manu aber heuer schon einige male hier war kennt sie eine schöne Abfahrt im unverspurtem Pulverschnee. Mit unserer neuen Stirnlampe Acebeam H30, macht das Abfahren sogar in der Nacht Spaß und so beschließen wir, dass wir uns noch eine zweite Lampe zulegen sollten.

Rauthhütte / Hüttenrinner (1814m)

Winterwonderland

Endlich kommt auch diesen Winter der Nordweststau! Bei diesem Wetter sollte es aber am besten nicht über die Waldgrenze gehen. Rauthhütte ist immer schön und so sind auch Sandra und Maria spontan mit von der Partie.

Wetterschutz

Bis zur Hütte ist der Aufstieg sehr angenehm, doch je höher wir kommen desto stärker macht uns der Wind zu schaffen. Aber da es ja kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung gibt, ziehen wir einfach die Kapuze über und weiter geht es Bergauf.

Gipfel?

Als heutiger „Tagesgipfel“ wird ein einsamer etwas zerzauster Baum am Beginn der „Hüttenrinner“ von uns auserwählt. Das Wetter lädt zwar nicht gerade zu einer längeren Rast ein, trotzdem halte ich einen Moment inne und genieße die heute mal wilde Natur um mich herum.

Abfahrtsfreuden

Der Nordstau hat bereits ganze Arbeit geleistet und so können wir die Abfahrt im teilweise Knietiefen Neuschnee trotz verminderter Sicht genießen.

Juhu

Sulzkogel – Stierkar (3016m)

Bergpanorama

Heute mit Manu in Kühtai eine kurze Skitour vom Drei-Seen-Lift geplant, doch oh Schreck, der Lift fährt nicht und die Reparatur soll noch mindestens eine halbe Stunde dauern. Da Manu noch nie am Sulzkogel war und ich ein Äuglein auf die Abfahrt durchs Stierkar geworfen habe, noch schnell umgeplant.

Start Graf Ferdinand Haus

Da wir sowieso schon uns auf eine Liftahrt eingestellt haben sparen wir uns die ersten 200 Höhenmeter und starten vom Graf Ferdinand Haus. Die lange Querung entlang des Stausees können wir glücklicherweise auf einer bereits vorhanden Spur überwinden. Doch die Gruppe vor uns zweigt dann in Richtung Finstertaler Scharte ab und so heißt es für uns spuren. Die 15cm Neuschneeauflage ist zwar nicht sehr anstrengend, aber nach 400 Höhehmeter übergebe ich für den Endspurt gerne an Manu. Ist eh fitter als ich und so haben wir beide genügend Kraft für die Abfahrt übrig.

Gipfel im Blick

Der letzte Anstieg ist wie immer anstrengend, aber Manu legt eine schöne Spur in den gut 35° steilen Schlusshang.

Spitzkehren

Am Joch angekommen sehen wir, dass noch keine einzige Spur ins Stierkar führt und so stapfen wir frohen Mutes in Richtung Gipfel. Die Neuschneeauflage ist zwar manchmal etwas ungut, doch wirklich Bremsen kann sie unseren Tatendrang heute nicht.

Gipfelanstieg

Am Gipfel ein kurzes Telefonat mit meinen Eltern, dass wir es nicht schaffen unseren Sohn zum Flötenunterricht zu bringen und sie ihn bitte alleine losschicken sollen.

Die Rinne ins Stierkar ist dann gut 40° steil und leider ist der Schnee unter einer sehr dünnen Pulverschicht hart gefroren. Mit genussvollem Schwingen hat das heute zwar nichts zu tun, doch der Schnee ist immerhin so griffig, dass keine besondere Nervosität aufkommt. Doch gleich nach der Rinne suchen wir uns schattigere Hänge und in unberührten Pulver legen wir unsere Spuren.

Blick zurück

Im Stierkar halten wir uns scharf rechts und so finden wir gleich noch einen weiteren unverspurten Hang bevor wir den Talboden des Längentals erreichen.

Abfahrtsgenuss

Nun heißt es noch den flachen Talboden raus schieben, aber immerhin besser als auf der anderen Seite des Berges den Gegenanstieg am Finstertaler Stausee zurück zu müssen. Leider wird dies uns Tourengeher bald auch im Längental erwarten, die Baustelle für den hier geplanten Stausee ist schon in vollem Gange.

Spuren im Schnee

Kurz vor der Straße bewundern wir noch einige eigentümliche Spuren und dann mache ich mich ohne Ski auf den Weg zurück zum Auto.

Wer die Abfahrt durchs Stierkar auf dem Plan hat empfehle ich diese bald anzugehen.