Black Diamond Epic 35l

Ein ganz neues Tragekonzept für Rucksäcke zeigt Black Diamond mit seinem ErgoActive System. Der Epic übernimmt in dieser Serie die Rolle des Klettermodells. Die 35 l Volumen bieten genug Platz um auch größere Alpine Aktionen gut zu meistern, der Rucksack ist aber noch nicht so groß, dass er beim Klettern stark behindern würde.

Tragesystem:

 

Am auffälligsten ist sicher das von Black Diamond patentierte Ergo Active System. Dabei ist der Hüftgurt nicht starr mit dem Rucksack verbunden sondern kann sich mit der Hüfte mitbewegen. Dieses System soll eine möglichst natürliche Bewegung des Rückens ermöglichen. Sollte allerdings doch einmal ein starres Tragesystem gefordert sein kann die Funktion sehr einfach blockiert werden. Ich fand das System im mittleren Lastbereich (ca. 8-13kg) sehr angenehm, beim Klettern können alle Bewegungen durchgeführt werden, trotzdem konnte ich auch bei höherem Schritttempo kein unangenehmes Aufschaukeln feststellen. Nachteilig wirkt sich die durch das Drehgelenk bedingte Verschiebung des Schwerpunktes nach hinten aus. Gerade bei höheren Lasten (Gletscherausrüstung plus Seil) drückt das Drehgelenk unangenehm in den Rücken.

Aus Black Diamond Epic

Material / Befestigungsmöglichkeiten:

Aus Black Diamond Epic

Der Außenstoff ist sehr robust und steckt auch Felskontakt ganz gut weg. Als klassischer Top Loader besitzt der Rucksack keine Reisverschlüsse an stark strapazierten Stellen. Seitliche Kompressionsriemen dienen gleichzeitig als Schihalterung. Somit kann er recht einfach auch mal überladen werden sitzt allerdings auch in fast leerem Zustand perfekt am Rücken. Das Material der Kompressionsriemen macht allerdings einen nicht ganz so stabilen Eindruck, schärfere Schikanten können hier mit der Zeit schon ein wenig abrieb hinterlassen. Außerdem kann der vorgegebene Durchmesser des unteren Halters mit breiten Freerideschiern Probleme bekommen. Das Haupteinsatzgebiet des Rucksacks ist sicher Alpinklettern, hin und wieder eine Ski-Alpinklettertour dürfte er aber auch überstehen. Das Deckelfach lässt sich nicht abnehmen, hat 2 Fächer und ist sehr geräumig. Die Eispickelhalterung bietet Spitzentaschen, dadurch verhindert man gerade in engen Gondeln einen unliebsamen Kontakt mit Nachbars neuer Jacke. Steigeisen können mit einem wahlweise montierbaren Halter außen verstaut werden. Die Haulfunktion ist eventuell hin und wieder nutzbar, wirklich dauerhaftem Felskontakt würde ich speziell das Rückenmaterial nicht aussetzen.

Aus Black Diamond Epic

Nachhaltigkeit:

Schon bei meinem letzten Produkttest des Blue Ice Choucas bin ich ja auf die Nachhaltigkeit des jeweiligen Produktes eingegangen. Das Interesse der Kunden über die Ernsthaftigkeit mit der ein Hersteller dieses Thema betreibt nimmt immer mehr zu, gerade auch renommierte Produkttester: Stiftung Warentest, Konsument, Ökotest,… gehen verstärkt auf dieses Thema ein. Bei diesen Tests wird einem sehr schnell klar, wie schwierig eine objektive Einschätzung dieses Gebiets ist. Gerade der Vergleich zwischen Blue Ice und Black Diamond zeigt auf der einen Seite ein kleines französisches Unternehmen, das den Hauptteil seines Produktes in den Alpen herstellt, aber für größere Umweltprogramme vermutlich weder das Personal noch die Ressourcen hat. Black Diamond hingegen ein internationaler Konzern dem der Schutz der Natur wie auf der eigenen Homepage nachgelesen werden kann sicher auch am Herzen liegt, der beträchtliche Summen in diverse Umweltprogramme steckt, der seinen Zulieferern gewisse Mindeststandards vorschreiben kann, der aber natürlich viele Produkte aufgrund der Konkurrenzsituation in Fernost produzieren lassen muss. Die Entscheidung über ein Produkt muss der Kunde immer selbst treffen. Black Diamond liefert zumindest auf der oben genannten Homepage einige gute Argumente.

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