Ice Climbing Festival Kandersteg

Aus Kandersteg

Endlich geht es los. Zuerst mit dem Regionalzug nach Innsbruck, dann mit dem Railjet in Richtung Kandersteg. Doch in Innsbruck ist erst mal Schluss. Aufgrund des heftigen Schneefalls sind fast alle Züge von und nach Tirol ausgefallen. Doch nach einigem Chaos am Innsbrucker Bahnhof schafft es die ÖBB doch noch einen Zug in Richtung Schweiz zu organisieren und so wuchte ich mein schweres Gepäck inklusive Eiskletterausrüstung in den Railjet.

Aus Kandersteg

Nach einem kurzen Stop in Schönwies aufgrund umgestürzter Bäume geht die Fahrt ab Vorarlberg recht Hindernis frei vonstatten. Später erfahre ich, dass unser Zug wohl einer der letzten für mehrere Tage war der über (bzw. durch) den Arlberg gekommen ist. Da ich in Kandersteg doch ein wenig Verspätung habe begebe ich mich direkt zum Vortrag von Ueli Steck und treffe dort das Bergfreunde-Team. Uelis bei der Multivisionsshow gezeigten Leistungen sind sehr beeindruckend doch leider fehlt ihm der ein wenig Augenzwinkernde Blick auf das eigene Treiben. Danach geht es noch auf ein kleines Bier in unserer Unterkunft doch allzu spät will heute niemand ins Bett, denn morgen ist ja Eisklettern angesagt.

Aus Kandersteg

Am nächsten Tag wandern wir fröhlichen Schrittes zum Festivalplatz doch wie schon am Vorabend prophezeit lässt sich weit und breit kein Eis blicken. Allerdings wurde von den Veranstaltern keine Mühen gescheut und so wurde der Fels mit Bohrmaschine und Farbe zur Drytooling Spielwiese umfunktioniert. Also schnell mal zu einer der Verleihstationen und schon hatte ich das Petzl Nomic plus ein Steigeisen derselben Firma in meinen Händen respektive Füßen.

Aus Kandersteg

Das Gerät erwies sich beim Drytooling als nicht ganz so gut wie das Black Diamond Fusion (welches am nächsten Tag getestet wurde). Die Geometrie lässt eine Optimierung auf das Einschlagen im Steileis vermuten, welches aber aufgrund des schon erwähnten Eismangels sich nicht testen lies. Leider waren an diesem Tag schon alle Monozack Steigeisen verliehen und so mussten wir die kleinen Bohrlöcher mit den etwas unübersichtlicheren Dualzack treffen. Nachdem unsere Arme schon nach relativ kurzer Zeit ordentlich gepumpt waren kam der spannende Drytooling Speedbewerb gerade recht. Dabei mussten alle Teilnehmer eine Route unter einer gewissen Zeit klettern. Dies steigerte die Spannung für die Zuschauer zwar, doch fehlte für mich die von mir bei guten Kletterern immer wieder bewunderte Präzision der Bewegungen. Einen wunderschönen Kletterstil zeigte vor allem Will Gadd doch reichte sein ruhiger und präziser Kletterstil leider nicht fürs Finale.

Aus Kandersteg

Doch vor dem Finale ging es erst mal zum Vortrag von Will und seinem Kletterpartner Tim Emmet. Die beiden schafften es mit einem sehr humorvollen aber auch nachdenklichen Vortrag den gesteckt vollen Turnsaal zu begeistern. Anschließend konnten wir die Finalisten bei ihrem Kampf um die vordersten Plätze bewundern. Leider war die Finalroute der Damen etwas leicht geraten und so kletterten fast alle Damen unter der vorgegebenen Zeit Top. Hier haben die Veranstalter das „schwache“ Geschlecht wohl etwas unterschätzt. Doch auch bei den Männern schafften es mehrere bis zum sehr spektakulären Top (Kuhglocke) am Ausleger und so entschied auch hier die Zeit über die vordersten Plätze.

Aus Kandersteg

Die anschließende Party war lang, laut und lustig, bei mir kam schnell ein „Stonemonkeys Party“ Feeling auf. Doch genaue Details werden unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit bewahrt.

Aus Kandersteg

Nach einer viel zu kurzen Nacht nahmen wir die Steileis- und Drytoolingausrüstung von Black Diamond unter die Lupe. Das neue Fusion erhält eine etwas eislastigere Geometrie, generell fällt auch bei den Wettkampfgeräten die Tendenz weg vom reinen Drytoolinggerät hin zum Allroundtool auf. Das Viper mit seinem Carbonschaft bietet hervorragende Schlagbalance, welche ich beim wenigen über Nacht gewachsenen Eis testen konnte. Für leichtere Drytooling Passagen kommt dem Kletterer das sehr niedere Gewicht entgegen. Geräte des lokalen Herstellers Peter Schild standen leider nicht zur Verfügung ;-).

Aus Kandersteg

Die Heimfahrt stellte sich im Gegensatz zur Hinfahrt als recht problemlos heraus. Auch der für den Zugverkehr gesperrte Arlberg verursachte nur eine Verspätung von ungefähr 20 Minuten.
Danke nochmals an das ganze Bergfreunde Team, hat Spaß gemacht und freu mich schon wieder auf ein Treffen mit euch.

Aus Kandersteg

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